Seit 2016

Aus einem Stuhl wurden vier

Klinge & Kamm begann 2016 mit einem gebrauchten Ledersessel, einer Handvoll Scheren und der Idee, dass ein Herrenhaarschnitt wieder länger als zehn Minuten dauern darf.

Unsere Geschichte

Ein Laden, der aus Ungeduld entstanden ist

Emre Yildirim hat neun Jahre in großen Berliner Salons gearbeitet, bevor er 2016 die leerstehende Ladenfläche an der Boxhagener Straße übernahm. Der Grund war Ungeduld: In den Ketten war für einen Herrenhaarschnitt eine Viertelstunde vorgesehen, inklusive Kasse. Genug Zeit, um Haare kürzer zu machen — zu wenig, um einen Übergang wirklich sauber auszuarbeiten.

Die ersten Monate liefen über Mundpropaganda im Kiez. Ein Stuhl, ein Barbier, ein Wartesofa aus zweiter Hand. Wer damals kam, blieb oft eine Stunde — nicht, weil es so lange dauerte, sondern weil im Laden geredet wurde. Dieses Gefühl haben wir uns behalten, auch als aus einem Stuhl vier wurden und aus einem Barbier ein Team.

Heute schneiden wir rund 1.100 Mal im Monat. Was sich nicht geändert hat: Jeder Termin hat eine feste Zeit im Kalender, und die ist großzügig kalkuliert. Wenn ein Schnitt zehn Minuten länger braucht, bekommt er sie — ohne dass der nächste Kunde dafür warten muss.

Reihe roter Barber-Ledersessel im Salon vor Spiegeln mit Glühbirnen im Retro-Look

Unsere vier roten Ledersessel vor den Spiegeln mit Glühbirnen — das Herzstück des Ladens.

Handwerk

Woran wir glauben

Vier Grundsätze, die bei uns nicht an der Wand hängen, sondern im Kalender stehen.

Zeit ist Teil des Handwerks

45 Minuten für einen Fade sind keine Großzügigkeit, sondern die Mindestzeit, in der man Maschine, Schere und Kamm sinnvoll kombinieren kann.

Werkzeug, das gepflegt wird

Scheren gehen zweimal jährlich zum Schleifer, Klingen sind Einwegklingen, Kämme und Aufsätze werden nach jedem Kunden desinfiziert.

Ehrliche Beratung

Wenn eine Frisur zu Ihrem Haarwuchs nicht passt, sagen wir das — und zeigen die Variante, die mit demselben Aufwand besser aussieht.

Der Kiez zuerst

Wir bilden aus, wir kaufen unsere Pflegeprodukte bei einem Berliner Hersteller und wir sponsern die F-Jugend des Vereins zwei Straßen weiter.

Meilensteine

Zehn Jahre in vier Schritten

2016

Der erste Stuhl

Emre Yildirim übernimmt eine 38 Quadratmeter große Ladenfläche an der Boxhagener Straße. Ein Arbeitsplatz, ein gebrauchter Ledersessel, ein Spiegel vom Trödelmarkt. Geöffnet wird zunächst nur von Dienstag bis Samstag.

2018

Zweiter Barbier, erste Wartezeiten

Nach zwei Jahren reicht ein Stuhl nicht mehr. Danilo Ferrara kommt aus einem Salon in Neukölln dazu und bringt die Skin-Fade-Technik mit, die bis heute unsere meistgebuchte Leistung ist. Gleichzeitig führen wir das Terminbuch ein.

2021

Umbau auf vier Plätze

Der Nachbarladen wird frei. Wir reißen die Trennwand heraus, bauen vier Arbeitsplätze mit Spiegeln und Glühbirnen ein und richten hinten einen eigenen Bereich für die heiße Rasur ein. Seither arbeiten wir sechs Tage die Woche.

2024

Ausbildung im eigenen Haus

Mahmoud Chahine schließt bei uns seine Ausbildung ab und bleibt als vierter Barbier im Team. Seither bilden wir dauerhaft aus — unsere Überzeugung: Handwerk gibt man weiter, sonst verschwindet es.

Der Laden

Was Sie erwartet, wenn Sie die Tür aufmachen

Vier Arbeitsplätze

Rote Ledersessel, große Spiegel mit warmem Glühbirnenlicht und genug Abstand zwischen den Plätzen, dass niemand mithören muss, was am Nachbarstuhl besprochen wird.

Ein Rasurbereich

Hinten im Laden steht der Stuhl für die heiße Rasur — abgetrennt, ruhiger, mit gedämpftem Licht. Wer 45 Minuten mit einem heißen Tuch im Gesicht liegt, will keine Laufkundschaft neben sich.

Kein Zwang zur Kasse

Wir verkaufen Pomade, Bartöl und Shampoo, aber niemand muss etwas mitnehmen. Wenn ein Drogerieprodukt für Ihr Haar genauso gut funktioniert, sagen wir Ihnen das auch.

Termin sichern statt warten

Samstags und an Werktagen ab 17 Uhr sind wir regelmäßig ausgebucht. Eine kurze Anfrage reicht — wir bestätigen telefonisch innerhalb eines Werktags.

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