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Von einem Hof bei Siena in die Rosenthaler Straße

Drei Geschwister, ein Rezeptheft und ein Holzofen. So kochen wir seit 2014 in Berlin-Mitte.

Der Gastraum mit Holztischen, Hockern und der offenen Bar

Wie aus einem Heft ein Restaurant wurde

Die Geschichte beginnt auf einem kleinen Weingut in der Provinz Siena. Dort kochte Nonna Assunta jahrzehntelang für Erntehelfer und Nachbarn, mit einem Holzofen, einem Nudelbrett aus Kastanienholz und einem Rezeptheft, das nie den Hof verließ.

Ihr Enkel Matteo Bellandi wuchs zwischen Olivenbäumen und Töpfen auf, kam zum Studium nach Berlin und blieb. Auch wegen Lena, die er in einer Weinbar in Prenzlauer Berg kennenlernte. 2013 stellten sich die beiden eine einfache Frage: Warum Nonnas Küche vermissen, wenn man sie herholen kann?

Im Frühjahr 2014 eröffneten Matteo, Lena und Matteos Bruder Luca in einem früheren Ladengeschäft ein Restaurant mit neun Tischen. Die erste Karte hatte sechs Gerichte, alle aus Nonnas Heft übersetzt. Nach ein paar Monaten sprach sich herum, dass hier jemand kocht, der es ernst meint.

So kochen wir

Langsam

Das Sugo köchelt sechs Stunden, das Osso Buco schmort vier. Gerichte, die man abkürzen müsste, kommen nicht auf die Karte.

Mit der Saison

Die Basis ist toskanisch. Gemüse und Kräuter kommen, wo es geht, aus Brandenburg. Die Karte wechselt viermal im Jahr.

Über dem Feuer

Seit 2022 steht ein gemauerter Holzofen in der offenen Küche. Kaum ein Hauptgericht geht hinaus, ohne ihn gesehen zu haben.

Zwölf Jahre in Mitte

Neun Tische, sechs Gerichte

Matteo, Lena und Luca eröffnen in der Rosenthaler Straße. Die Nachbarschaft kommt von Anfang an.

Die Terrasse

Das Nachbarlokal wird frei. Zwanzig Plätze mehr und eine Sommerterrasse zur Straße hin.

Sofia kommt aus Bologna

Mit ihr wird gefüllte Pasta zum festen Teil der Karte. Heute führt sie den Pasta-Posten.

Der Holzofen zieht ein

Ein gemauerter Ofen nach italienischer Bauart wird in die offene Küche gesetzt. Er prägt seitdem Fisch, Fleisch und Brot.

Das Heft wird abgeschrieben

Zum zehnten Jahrestag schreibt die Familie Nonnas Rezepte ab, damit das Original im Schrank bleiben kann.

„Wir kochen nicht für Kritiker. Wir kochen, wie wir für unsere eigene Familie kochen würden.“

Matteo Bellandi, Küchenchef

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