Unsere Geschichte

Von einem Bauernhof bei Siena in die Rosenthaler Straße

Drei Generationen, ein Rezeptbuch, ein Versprechen: Wir kochen so, wie unsere Familie es seit den 1960er-Jahren in der Toskana getan hat — langsam, saisonal und ohne Kompromisse bei den Zutaten.

Die Gründung

Wie aus einem Familienrezept ein Berliner Restaurant wurde

Die Geschichte von Osteria Belmonte beginnt nicht in Berlin, sondern auf einem kleinen Weingut in der Provinz Siena. Dort betrieb Nonna Assunta über Jahrzehnte eine Trattoria für Erntehelfer und Nachbarn — mit einem Holzofen, einem Nudelbrett aus Kastanienholz und einem Rezeptheft, das nie den Hof verlassen hat.

Ihr Enkel Matteo Bellandi wuchs zwischen Olivenhainen und Kochtöpfen auf, zog später zum Studium nach Berlin und blieb hängen — nicht zuletzt wegen seiner Frau Lena, die er in einer kleinen Weinbar in Prenzlauer Berg kennenlernte. 2013 reifte die Idee: Warum nicht Nonnas Küche nach Berlin holen, statt sie zu vermissen?

Im Frühjahr 2014 eröffneten Matteo und Lena gemeinsam mit Matteos Bruder Luca in einem ehemaligen Ladengeschäft in der Rosenthaler Straße ein kleines Restaurant mit gerade einmal neun Tischen. Die erste Speisekarte hatte sechs Gerichte — alle direkt aus Nonnas Heft übersetzt. Innerhalb weniger Monate sprach sich herum, dass hier jemand kocht, der es wirklich meint.

Küchenphilosophie

Langsam kochen, saisonal einkaufen, ehrlich servieren

Langsames Kochen (Cucina Lenta)

Sugo, das sechs Stunden köchelt. Osso Buco, das vier Stunden im Ofen schmort. Wir stellen bewusst keine Gerichte auf die Karte, die man abkürzen müsste.

Saisonal & regional ergänzt

Die Basis bleibt toskanisch, doch Gemüse und Kräuter beziehen wir wo möglich von Berliner und Brandenburger Erzeugern — die Karte wechselt viermal im Jahr.

Der Holzofen als Herzstück

Seit dem Umbau 2022 verlässt kaum ein Hauptgericht die Küche, ohne den gemauerten Holzofen gesehen zu haben — er prägt Aroma und Handschrift des Hauses.

Matteo Bellandi richtet einen Fischteller mit frischen Kräutern an, Nahaufnahme der Hände
Familiengeschichte

Drei Generationen an einem Herd

Was Nonna Assunta in ihrer Trattoria bei Siena für Erntehelfer kochte, steht heute in der Rosenthaler Straße auf der Karte — übersetzt, aber nie verwässert. Matteo hütet das Rezeptheft bis heute wie ein Familienerbstück und schlägt es vor jeder neuen Saisonkarte auf.

Sein Bruder Luca kümmert sich um Weinkeller und Einkauf, Lena um Gastraum und Gäste. Entschieden wird, wie in der Toskana üblich, am Tisch: Jeden Dienstagvormittag sitzt die Familie zusammen, probiert, streitet freundlich — und einigt sich am Ende immer auf das Gericht, das am ehrlichsten schmeckt.

Blick in unsere offene Küche kurz vor dem Abendservice.

Meilensteine

Zwölf Jahre Osteria Belmonte

2014

Die Eröffnung in der Rosenthaler Straße

Matteo, Lena und Luca eröffnen mit neun Tischen und sechs Gerichten. Die Nachbarschaft in Berlin-Mitte reagiert von Anfang an begeistert auf die kleine, ehrliche Karte.

2018

Erweiterung um die Terrasse

Nach vier Jahren wird das Nachbarlokal übernommen: 20 zusätzliche Sitzplätze entstehen, dazu die beliebte Sommerterrasse mit Blick auf die Rosenthaler Straße.

2022

Umbau: der Holzofen zieht ein

Ein gemauerter Holzofen italienischer Bauart wird in die offene Küche integriert — seither prägt er Fisch-, Fleisch- und Brotgerichte des Hauses maßgeblich.

2024

Auszeichnung durch Gault&Millau

Zehn Jahre nach der Eröffnung wird Osteria Belmonte erstmals im Gault&Millau-Guide gelistet — als „Adresse mit Handschrift und Herkunft" gewürdigt.

Die Familie heute

Drei Geschwister, eine Küche

Matteo führt bis heute die Küche, Luca kümmert sich um Weinkarte und Einkauf, Lena leitet Service und Gästekommunikation. Was 2014 als Familienprojekt begann, beschäftigt heute zwölf feste Mitarbeitende — vom Auszubildenden bis zur Sommelière.

Trotz des Wachstums ist ein Grundsatz geblieben: Jedes neue Gericht muss zuerst am Familientisch bestehen, bevor es auf die Speisekarte darf. So bleibt der Charakter des Hauses über die Jahre erkennbar — unabhängig davon, wie voll der Gastraum an einem Samstagabend ist.

Das Team kennenlernen

„Wir kochen nicht für Kritiker. Wir kochen so, wie wir für unsere eigene Familie kochen würden."

— Matteo Bellandi, Küchenchef & Mitgründer