Aus zwei Behandlungsräumen wurde eine Praxis mit Haltung.
Praxis Aufrecht gibt es seit 2012. Angefangen haben wir mit zwei Liegen, einer Sprossenwand und der Überzeugung, dass 20-Minuten-Takt niemandem hilft. Daran hat sich bis heute nichts geändert — nur die Praxis ist größer geworden.
Gegründet, weil es besser geht
Als Katharina Bertram und Milan Hoffmann 2012 die Räume an der Schönhauser Allee übernahmen, kannten beide den Praxisalltag in Berlin gut genug, um zu wissen, was sie anders machen wollten. In ihren vorherigen Anstellungen war der Takt eng: 20 Minuten pro Patient:in, oft zwei Personen parallel, kaum Zeit für einen sauberen Befund. Fachlich ließ sich so kaum arbeiten, und die Ergebnisse blieben hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre.
Die Entscheidung war deshalb von Anfang an einfach und wirtschaftlich unbequem: 30 Minuten pro Termin, eine Person pro Therapeut:in, keine Doppelbelegung. Diese Rechnung geht nur auf, wenn Ausfälle gering bleiben und Behandlungen wirken — beides funktioniert, weil Patient:innen wiederkommen und weiterempfehlen. Heute arbeiten vier Therapeut:innen und zwei Kolleginnen an der Anmeldung in der Praxis.
Gewachsen sind wir dabei nie schneller, als wir Menschen finden konnten, die zu dieser Arbeitsweise passen. Jede Einstellung bringt eine eigene fachliche Vertiefung mit: manuelle Therapie, Sportphysiotherapie, Lymphologie, neurologische Rehabilitation. So können wir fast jede Verordnung im Haus abbilden, ohne dass jemand etwas behandeln muss, wofür er oder sie nicht ausgebildet ist.
Vier Grundsätze, nach denen wir arbeiten
Physiotherapie ist Handwerk und Kommunikation zugleich. Diese vier Punkte gelten bei uns für jede Behandlung, unabhängig davon, wer Sie behandelt.
Befund vor Technik
Bevor eine Hand angelegt wird, muss klar sein, woher die Beschwerden kommen. Nackenschmerzen können aus der Brustwirbelsäule stammen, Knieprobleme aus der Hüfte. Wir untersuchen deshalb immer mehr als die Stelle, die weh tut — und dokumentieren den Befund, damit Fortschritt messbar bleibt.
Passiv löst, aktiv hält
Manuelle Therapie und Massage schaffen den Spielraum, in dem Bewegung wieder möglich wird. Damit dieser Spielraum bleibt, braucht es Muskulatur, die ihn hält. Deshalb endet bei uns kaum eine Behandlungsserie ohne aktiven Anteil — dosiert und in Ihrem Tempo.
Sie sollen verstehen, was passiert
Wir erklären, was wir tun und warum. Sie bekommen Ihre Übungen schriftlich mit Anzahl, Häufigkeit und Hinweisen, worauf Sie achten sollen. Wer versteht, warum eine Übung wichtig ist, macht sie eher — das ist der größte Hebel für den Behandlungserfolg.
Ehrlichkeit über Fortschritt
Wenn eine Behandlung nach mehreren Terminen nicht anschlägt, sagen wir das — und schlagen vor, den Weg zu ändern oder ärztlich abklären zu lassen. Wir verlängern keine Serien, die nichts bringen, und empfehlen keine Selbstzahlerleistungen, die Sie nicht brauchen.
Von 2012 bis heute
Vier Punkte, die die Praxis geprägt haben.
Gründung an der Schönhauser Allee
Katharina Bertram und Milan Hoffmann eröffnen Praxis Aufrecht mit zwei Behandlungsräumen und 68 Quadratmetern. Von Beginn an gilt der 30-Minuten-Takt. Im ersten Jahr behandeln beide noch alles selbst, von der Terminvergabe bis zur Abrechnung.
Zulassung für Krankengymnastik am Gerät
Nach dem Umbau der angrenzenden Fläche kommt ein eigener Trainingsbereich dazu — mit Zulassung für KGG. Damit können wir Patient:innen nach Operationen durchgehend begleiten, statt sie für die aktive Phase weiterschicken zu müssen.
Schwerpunkt Sportphysiotherapie
Mit Tobias Lenz kommt ein Kollege mit Sportphysiotherapie-Zertifikat und Erfahrung aus der Vereinsbetreuung dazu. Wir bauen strukturierte Return-to-Sport-Tests auf, damit die Rückkehr in den Sport nicht nach Gefühl, sondern nach Kriterien entschieden wird.
Lymphologie und längere Öffnungszeiten
Sarah Yildirim ergänzt das Team um manuelle Lymphdrainage nach Vodder und die Betreuung onkologischer Nachsorge. Gleichzeitig öffnen wir donnerstags bis 19:30 Uhr, damit Berufstätige Termine nach Feierabend bekommen.
Ruhe ist kein Luxus, sondern Teil der Therapie.
Wer angespannt auf der Liege liegt, gibt kein Gewebe frei. Deshalb ist es kein Zufall, dass unsere Räume hell und leise sind, dass keine Türen klappen und dass niemand zwischendurch hereinkommt. Diese Rahmenbedingungen sind ebenso Teil der Behandlung wie der Griff selbst.